Fernfahrer von Ex-Frau finanziell geplündert
Unterhalt und Schwarzarbeit



Quittung G.- Klause in Tempelhof 229 x 284
  Gleich am nächsten morgen gingen wir in die Eckkneipe in Carolines Haus. Auf den Barhockern lümmelte sich das übliche Publikum herum - fröhlich zechende Handwerker und Arbeiter, ein paar Rentner und einige Arbeitslose. Wir setzten uns an die Theke und quatschten die Zapferin an - aber so, dass fast alle Gäste mithören konnten.
  Ich spulte meine ausgedachte Geschichte runter: "Wir sind freie Journalisten, die an einem großen Report über Ehescheidungen recherchieren." Kaum hatte ich das ausgesprochen, mischten sich schon einige ein, um uns ihre ganz persönliche Geschichte aufzutischen. Aber auch für diesen Fall hatte ich vorgebaut.
  "Nein, nein, nein. Wir sind auf der Suche nach ganz bestimmten Scheidungsfällen", sagte ich. "Es soll um Frauen gehen, die ca. 50 und kinderlos sind, außerdem auf Unterhaltungszahlungen durch ihre Ex-Männer angewiesen sind." Das schränkte den Kreis der potentiellen Kandidaten reichlich ein.
  Die Zapferin sagte zunächst das, was ich erhofft hatte: "Bei uns hilft ab und zu mal eine Frau aus, auf die das alles zutrifft. Das ist die Caroline. Sie hat heute frei, ist aber morgen wieder da." Verdammt, dachte ich, das wird ja immer knapper. Denn schon übermorgen war die Unterhaltsverhandlung. So mussten wir am nächsten Tag um alles oder nichts spielen.
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