Krankhafte Eifersucht
Partnerschaftsberatung



Blindfoto   Energisch drückte ich alle Klingelknöpfe (nur Tinas nicht). "Wer is’n da?",  krächzte plötzlich eine mürrische Stimme aus der Gegensprechanlage. Ich murmelte etwas Unverständliches - und schon sprang die Tür mit einem Summen auf. Ich habe übrigens schon oft die Erfahrung gemacht, dass man nur "wirr" genug reden muss, damit einen die Leute für vertrauenswürdig halten...
 
  Ich lief in den 4. Stock, blieb vor Tinas Wohnung stehen, vergewisserte mich, dass niemand über den Flur kam und griff in meinen Aktenkoffer. Sekunden später hatte ich ein elektronisches Stethoskop in der Hand. Ja, Sie lesen richtig. Ein Stethoskop. So eins, wie es die Ärzte benutzen, wenn’s in der Lunge pfeift und zischt, nur eben elektronisch verstärkt.
  Mit diesem Ding kann man prima in eine Wohnung hinein horchen. Es wäre ja denkbar gewesen, dass die flotte Ramona gerade Spielerchen mit einem Mann gemacht hätte. Ich drückte das Stethoskop an die Wohnungstür. Doch was ich hörte, war eindeutig: Zwei Freundinnen ins Gespräch vertieft, ab und zu ein Kichern. Eine Männerstimme war nicht dabei. Ich packte ein, verließ das Haus und setzte mich wieder in den Wagen.

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