Hier einige Fall-Beispiele aus der Praxis
Zu welcher Situation passt welcher Test

 

Beispiel Vaterschaftstest: Mutter mit mehreren möglichen Vätern
L. ist schwanger. Als Vater des ungeborenen Kindes kommen 2 Männer in Frage: Ihr Freund und ein anderer Mann. Sie möchte ihrem Freund nicht unnötigerweise sagen, dass es eine Affäre gab. „Es war ja auch nur einmal und wahrscheinlich ist sowieso mein Freund der Vater.“ Um ganz sicher zu sein, kann Sie die Vaterschaft testen lassen: Sie führt einen Vaterschaftstest mit Mutter, Kind und dem anderen Mann durch. Falls das Resultat negativ ist, weiß Sie, dass ihr Freund der Vater ist. Ist das Resultat positiv, wird Sie es Ihrem Freund gestehen müssen und seine Reaktion akzeptieren.

Im Fall, dass 2 Männer als Vater in Frage kommen, ist es am einfachsten, wenn gleich beide Männer getestet werden. Ein Test mit beiden Männern kostet € 1.330.-. Wenn aus speziellen Gründen zuerst nur ein Mann getestet werden soll und erst danach allenfalls der zweite Mann, dann kostet der Test € 1.130 .- für den ersten Vater und dann nochmals € 570.- für den zweiten Mann.

Achtung: Unser Labor führt keine pränatalen (vorgeburtlichen) Vaterschaftstests durch.

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Beispiel Vaterschaftstest: Vater in Scheidung

H. ist mitten in der Scheidung. Seine Frau wollte sich plötzlich von ihm trennen. Jetzt möchte Sie, dass er das gemeinsame Kind nicht mehr sehen darf. Für H. war das unverständlich. Jetzt hat er eine mögliche Antwort darauf gefunden. Vielleicht ist sein Kind gar nicht sein Kind. Ähnlich sieht es ihm nicht. Jetzt möchte er es wissen. Er möchte nicht der Idiot sein, der zwar keine Rechte hat, aber für das Kind bezahlen muss bis zur Volljährigkeit. Das geht ganz schön ins Geld. Er entschließt sich, seine Frau darauf anzusprechen, auch auf die Gefahr hin, dass damit noch mehr Öl ins Feuer gegossen wird.

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Beispiel Vaterschaftstest: zweifelnder Ehemann

M. ist 39. Seit einem halben Jahr ist sie in Scheidung. Sie hatte das veranlasst. Sie hielt es einfach nicht mehr aus mit ihrem Mann. Sein ständiges Misstrauen hat an ihr gezehrt. Und dann kam es noch schlimmer: Ihr noch-Ehemann zweifelte daran, ob die beiden Kinder wirklich von ihm seien. „Das ist ungefähr so, wie wenn er mir direkt ins Gesicht „Schlampe“ sagt. Ich war ihm immer treu und dann das. Ich fühle mich gekränkt, aber was soll’s. Wenn er es unbedingt haben muss, dann soll er es doch testen lassen. Ich habe nichts zu verlieren. Ich weiß, dass es seine Kinder sind.

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Beispiel Spurenproben: Vater verstorben

K. ist unsicher, ob sein Vater wirklich sein Vater ist. Der Vater ist vor wenigen Jahren gestorben. K. hat Briefe aufbewahrt, die ihm sein Vater geschickt hat. Auf diesen Briefen sind unter den aufgeklebten Briefmarken Spuren des Vaters (andere Spuren finden sich auch bei elektrischen Rasierern, Zahnbürsten etc.). Bei einem solchen Test wird im Labor die DNA aus dem getrockneten Speichel unter den Briefmarken isoliert und untersucht. Dann kann diese DNA mit der DNA von K. verglichen werden.

Speziell: Obwohl K. eine Schwester hat, kann die DNA des Vaters mit den DNA von Bruder und Schwester nicht zuverlässig rekonstruiert werden. Es ist ja theoretisch möglich, dass die beiden Geschwister genau die jeweils andere Hälfte der DNA des Vaters geerbt haben. In diesem Fall bleibt deshalb die Möglichkeit, die Vaterschaft mit Spurenproben zu testen. Um sicher zu sein, dass wirklich der vermeintliche Vater die Briefmarke befeuchtet hat, kann die DNA aus der Briefmarke noch zusätzlich mit der DNA der Schwester verglichen werden. Wenn K. einen Bruder hätte, würde sich der Y-Chromosomentest anbieten.

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Beispiel Y-Chromosomen-Test

R. ist 45. Sein Vater ist vor einem Jahr gestorben. Er wollte seinen alten Vater nicht unnötig belasten und hat ihn deshalb nie gefragt, ob er mit ihm einen Vaterschaftstest machen würde. Jetzt hat R. gemerkt, dass ihn das ganze aber nicht loslässt. Gerüchte gab es so lange er denken kann. Er möchte wissen, ob sein Vater auch sein biologischer Vater war. R. hat einen Halbbruder, aus der zweiten Ehe seines Vaters. Mit Hilfe eines Y-Chromosomentest kann R. herausfinden, ob er den gleichen Vater hat wie sein Halbbruder.

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Beispiel X-STR-Test: Schwesterntest

M. ist 52. Offiziell hat M. keinen Vater. Damals als sie geboren wurde, konnte nicht herausgefunden werden, wer der Vater ist. Mit Hilfe ihrer Tante hat sie schließlich einen in Frage kommenden Vater ausfindig gemacht. Das Problem ist nur, dass dieser vor 5 Jahren gestorben ist. Dieser vermeintliche Vater hatte eine Tochter mit einer anderen Frau. M. kann jetzt mittels eines X-STR-Tests analysieren lassen, ob sie den gleichen Vater hat wie diese Tochter.

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Beispiel X-STR-Test: Grossmutter väterliche Linie mit Enkelin

E. ist 76. Ihr Sohn ist letztes Jahr an einem Autounfall gestorben. Jetzt hat sich eine Frau bei ihr gemeldet, die sagt, dass sie mit ihrem Sohn eine Tochter hatte. E. würde sich sehr freuen, eine Enkelin zu haben. Sie möchte jetzt testen lassen ob dieses Mädchen wirklich ihre leibliche Enkelin ist. Dies kann sie mittels X-STR.

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Beispiel Rekonstruktion: Vater verstorben

A. ist 56. Ihre Eltern sind schon lange gestorben. Seit sie Teenager ist hält sich hartnäckig das Gerücht, dass ihr Vater nicht ihr biologischer Vater sein soll. Die Tante betätigt das Gerücht und erzählt, dass die Mutter zu dieser Zeit eine Affäre hatte. A. hat dies immer zu verdrängen versucht, aber ganz vergessen konnte sie es nicht. Jetzt möchte sie es ein für alle mal wissen. Sie möchte einen Vaterschaftstest machen ohne Vater, aber wie? A. hat 3 ältere Brüder, von denen Sie weiß, dass Sie von ihrem Vater sind. Sie kann nun testen lassen, ob sie den gleichen Vater hat wie ihre Geschwister. Dazu wird die DNA des Vaters rekonstruiert. Das heißt, dass die DNA der Brüder als Vorlage für die DNA des Vaters gebraucht wird. Die Rekonstruierte DNA wird dann mit der DNA von A. verglichen.

Falls gleichgeschlechtliche Geschwister oder Halbgeschwister vorhanden sind, empfehlen wir den X-STR-Test (Schwesterntest) bzw. den Y-Chromosomen-Test (Bruderschaftstest).

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Beispiel Mitochondrial-DNA-Test: Großmutter mütterliche Linie mit Enkel oder Enkelin

M. wurde als Kleinkind von Thailand in die Schweiz adoptiert. Über seine leiblichen Eltern hat er keine Unterlagen. Durch einen Pfarrer, der in Thailand arbeitete, hat er erfahren, dass seine Mutter schon lange gestorben ist. Seine Großmutter (Mutter seiner Mutter) lebt aber noch und konnte gefunden werden. Jetzt möchte M. sicher sein, seine leibliche Großmutter mütterlicherseits gefunden zu haben. Mittels eines Mitochondrial-DNA-Tests ist das möglich, denn falls M. der Enkel von dieser Frau ist, haben sie die gleiche Mitochondrial-DNA.

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Beispiel Mitochondrial-DNA-Test: Tante mütterliche Linie mit Nichte oder Neffe

B. ist bei Pflegeeltern aufgewachsen. Ihre leiblichen Eltern kennt sie nicht. Vor einem Monat hat sich eine Frau bei ihr gemeldet, die behauptet, die Schwester ihrer Mutter (also ihre leibliche Tante) zu sein. Das möchte A. jetzt testen lassen. Falls diese Frau ihre Tante ist, haben beide die gleiche Mitochondrial-DNA.

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